Bücher im Hafen' Rezension 2. Auflage

Drei Abende, drei Bücher, drei Gelegenheiten, sich in das geschriebene Wort und die Gedanken zu vertiefen, zwischen Meer und Himmel, in der magischen Atmosphäre des Hafens von Procida bei Sonnenuntergang. Die zweite Ausgabe der "Libri in Porto" erzählt wieder von der Welt und der menschlichen Seele in Geschichten, die Jahrhunderte, Gefühle und Identitäten umspannen.

📖 F reitag, 18. Juli

Eine Reise durch die Kirchengeschichte

Sie wird mit einem Buch eröffnet, das eine klare und spannende Untersuchung über Macht und Glauben darstellt:
"Antipapi. Una storia della Chiesa" (Antipäpste. Eine Geschichte der Kirche) von Mario Prignano, Chefredakteur von TG1, herausgegeben von Laterza.
Inmitten von Schismen, Rivalitäten und umstrittenen Persönlichkeiten führt uns das Buch durch die Mäander einer gespaltenen und konfliktreichen Kirche und enthüllt eine Vergangenheit, die noch in der Gegenwart nachhallt.

Um dies mit dem Autor zu besprechen:

  • Mgr. Michele Autuoro, Weihbischof von Neapel
  • Prof. Giuseppe Perna, Experte für mittelalterliche Geschichte,
  • Forscher Maurizio Gentilini (CNR - Institut für europäische Geschichte des Mittelmeerraums),
  • Historikerin Raffaella Salvemini, ebenfalls CNR-Forscherin.

Ein Abend zum Nachdenken über die Bedeutung der geistlichen Autorität, zwischen Glaube und Macht.

📖 Samstag, 19. Juli

Beziehungen, Narzissmus und schneidende Ironie

Der zweite Abend wechselt das Register, aber nicht die Intensität. Der Protagonist ist "Lo stronzo geniale" (Das brillante Arschloch) von Raffaella Ferrè, Journalistin und Schriftstellerin, veröffentlicht von Colonnese.
Mit Intelligenz und Ironie untersucht die Autorin den männlichen Narzissmus in Paarbeziehungen, zwischen toxischer Dynamik, emotionaler Manipulation und weiblichem Bewusstsein. Ein scharfes, aktuelles und notwendiges Buch.

Mit ihr diskutiert Cristina Marra, Kuratorin der Ausstellung, in einer lebendigen und ungefilterten Diskussion. Ein Abend zum Schmunzeln, zur Selbsterkenntnis und vielleicht auch zum Umschreiben der eigenen Geschichten.

Sonntag, 20. Juli

Procida und das Geheimnis des Avalos-Palastes

Die Rezension schließt mit einer Hommage an unsere Insel, an ihre intensive und faszinierende Geschichte.
"Procida. Il Palazzo D'Avalos", geschrieben von Gianlorenzo Di Gennaro Sclano und Prof. Pasquale Lubrano Lavadera, herausgegeben von Clean Edizioni, ist eine zweistimmige Erzählung, die uns in die Mauern eines der symbolträchtigsten Orte Procidas führt.

Der Palazzo d'Avalos, der sich von der aristokratischen Residenz zum Gefängnis entwickelt hat und dessen Zukunft noch nicht abzusehen ist, ist ein Spiegel der procidanischen Identität, Widerstandsfähigkeit und Schönheit.

Im Dialog mit den Autoren:

  • Kuratorin Cristina Marra,
  • Kolumnist Sebastiano Cultrera.

Ein Abend, an dem man Erinnerungen, Landschaften und das pulsierende Herz der Insel wiederentdeckt.

Antipäpste. Eine Geschichte der Kirche

von Mario Prignano - Veröffentlicht von Laterza

Mit historischer Strenge und erzählerischer Klarheit begleitet uns Mario Prignano auf einem faszinierenden und wenig erforschten Weg: dem der Gegenpäpste, Figuren, die die päpstliche Autorität in Frage stellten und tiefe Gräben in der Kirche aufrissen. Das Buch beschränkt sich nicht auf die Aufzählung von Namen und Daten, sondern stellt die ganze Komplexität einer Institution wieder her, die von Machtkämpfen, Legitimitätskrisen und menschlichen Ambitionen durchzogen war.
Es ist eine Lektüre, die uns zum Nachdenken darüber anregt, wie viel die kirchliche Vergangenheit noch über die Gegenwart aussagen kann, vor allem in einer Zeit, in der die Autorität oft in Frage gestellt wird und die Wahrheit sich vervielfältigt.
Ein historischer Essay, der sich wie ein Roman liest, mit der Solidität einer gründlichen Recherche und der Leichtigkeit einer kundigen Feder.

Das geniale Arschloch

von Raffaella Ferrè - Veröffentlicht von Colonnese

Mit diesem provokanten und unwiderstehlichen Titel nimmt uns Raffaella Ferrè mit in ein Thema, das viele, viele Menschen berührt: giftige Beziehungen, männlicher Narzissmus, emotionale Manipulation.
Aber sie tut dies mit einem brillanten, ironischen und direkten Stil, der nie in der Opferrolle schwelgt, sondern vielmehr zu Bewusstsein, Freiheit und emotionaler Selbstverteidigung einlädt. Es ist ein Buch, das einen zum Lachen bringt, wütend macht, zum Nachdenken anregt und zur Selbsterkenntnis führt. Ein echter Gefühlsführer, getarnt als Pop-Roman, der Leichtigkeit und Tiefe in sich vereint. Eine Lektüre, die wir alle mindestens einmal in Angriff nehmen sollten, um zu lernen, Grenzen zu setzen, Nein zu sagen und vor allem uns selbst zu lieben.

Procida. Der D'Avalos-Palast

von Gianlorenzo Di Gennaro Sclano und Pasquale Lubrano Lavadera - Veröffentlicht von Clean Edizioni

Dieses Buch ist weit mehr als eine historische Monografie: Es ist ein Akt der Liebe zu Procida und einem seiner geheimnisvollsten und symbolträchtigsten Orte, dem Palazzo d'Avalos. Die Autoren nehmen uns mit auf eine Reise, die Jahrhunderte, architektonische Veränderungen und menschliche Schicksale umspannt.
Vom Adelssitz zum Gefängnis, zu einem Raum zwischen Erinnerung und Zukunft wird der Palazzo hier zum Protagonisten einer Erzählung, die Geschichte, Politik, Kultur und Identität miteinander verwebt.
Die Seiten dieses Buches lesen sich wie eine kollektive Erzählung, die jedem gehört, der die Insel liebt und ihre tiefste Seele verstehen will. Eine unverzichtbare Lektüre für alle, die glauben, dass Orte eine Stimme haben und dass diese gehört werden sollte.

Wie die Idee zu diesen drei Büchern entstand

Die zweite Ausgabe von Libri in Porto entstand aus dem Wunsch, dem Publikum nicht nur Momente der Lektüre, sondern auch Gelegenheiten zum Nachdenken, zur Diskussion und zur Entdeckung zu bieten, und zwar in einem eindrucksvollen Rahmen wie dem Wellenbrecherpier von Marina di Procida bei Sonnenuntergang.

Wir haben drei sehr unterschiedliche Bücher ausgewählt, die jedoch durch einen unsichtbaren Faden verbunden sind: ein tiefgründiger Blick auf den Menschen, seine Widersprüche, seine Geschichte und seine Beziehung zu den Orten, die er bewohnt.

Das erste Buch, "Antipäpste" von Mario Prignano, hat uns durch seine Fähigkeit beeindruckt, ein wenig bekanntes Gesicht der Kirche zu zeigen: das der internen Brüche, der Machtstreitigkeiten und des Abdriftens der geistlichen Autorität. Es ist eine Reise durch die Geschichte, die uns auch in der Gegenwart anspricht, in einer Zeit, in der Wahrheit und Legitimität oft in Frage gestellt werden.

Der zweite Text, "Lo stronzo geniale" (Das brillante Arschloch ) von Raffaella Ferrè, führt uns hingegen ins Herz der zeitgenössischen Beziehungsdynamik. Mit einem ironischen und bissigen Stil analysiert die Autorin den männlichen Narzissmus und enthüllt die Wunden, Illusionen und das Bewusstsein, die in den alltäglichen Beziehungen auftauchen. Eine aktuelle, provokante und notwendige Lektüre.

Schließlich ist "Procida. Il Palazzo D'Avalos" von Gianlorenzo Di Gennaro Sclano und Pasquale Lubrano Lavadera eine Hommage an unsere Insel, an ihre intensivste und vielleicht am meisten vergessene Geschichte. Die Geschichte des Palazzo d'Avalos zu erzählen, bedeutet, die Geschichte der Seele von Procida zu erzählen, durch seine Verwandlungen: vom Adelssitz zum Gefängnis, zu seiner ungewissen und faszinierenden Zukunft.

Drei Bücher, drei Stimmen, drei Perspektiven.
Eine einzige Absicht: die Kultur mit dem Meer, die Erinnerung mit der Gegenwart, die Worte mit der Schönheit in Dialog zu bringen.

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